Nur noch 1x schlafen, dann sagen wir wieder „Guten Abend“ auf Schloss Seggau, dort eben, wo das Jazzfestival Leibnitz im monumentalen barocken Weinkeller seit der ersten Stunde seinen stimmigen Auftakt feiert. Wo alles seinen Anfang hat.
Vom 24. bis 27. September steht dann wieder ganz Leibnitz im Blickpunkt des international profilierten Jazzgipfels. Ganz Leibnitz? Mindestens, stehen doch wieder fünf Bühnen zur Degustation bereit, darunter auch die Jazz Lounge am Hauptplatz (vor dem Café Rosegger), und selbst das Rathaus der Weinstadt steht den ganzen September im Zeichen des Jazz. Zumindest mit den großformatigen Fotos von Peter Purgar zur 14-jährigen Festivalgeschichte. Mit Stars der Anfänge und jenen, die das Festival zu solchen gemacht hat.
Wie auch immer, es ist angerichtet, und sogar die Schönwetter-Tickets für das mit Spannung erwartete finale Open Air im idyllischen Park auf Schloss Ottersbach sind seit heute freigegeben worden. Das heißt: Schönwetter wie seit 14 Jahren! Wir glauben’s bald nimmer.
Von Schloss zu Schloss lautet heuer also der Fahrplan durch das viertägige Festival, dessen internationale Strahlkraft wir uns längst anzumaßen wagen.
Barockes Ambiente trifft auf zeitgenössische schrille Klänge – ist da schon die musikalische Apokalypse im Busch? Herausfordernder kann ein musikalischer Kontrast jedenfalls kaum aussehen. Von coolen Grooves über radikale Improvisation und galaktische Bigband-Explosionen bis zu kubanischem Feuer und Chamber Rock reicht das Programm.
Alles angerichtet also unter einem großen dramaturgischen Bogen, einem Programmfestival quasi, das sich höchste Ansprüche und Überschaubarkeit in den Bildungsauftrag hineingeschrieben hat.
Schönwettertickets für die Matinee am Sonntag sind freigegeben

Donnerstag: Virtuos, eigenwillig, überraschend
Do, 24. September 2026 · Weinkeller Schloss Seggau
- HAEZZ (19:00 Uhr): Drei Musiker, kompakter Sound, komplexe Grooves – ein österreichischer Jazz-Renner, der längst international durchstartet. – Cool Jazz trifft Virtuosität.
- Kirk Knuffke Trio & Charlie Burnham (20:30 Uhr): Kornett trifft Geige, urbaner Jazz trifft imaginären Folk. Virtuos, erzählerisch und harmonisch kühn. – Posthorn war gestern, jetzt wird geflogen.
Freitag: Straight Ahead, Irrwitz und galaktische Geschwindigkeiten
Fr, 25. September 2026 · Hugo Wolf-Saal und Altes Kino
- SONIC ORGANISM & GREG OSBY (19:30 Uhr): Florian Arbenz lädt zum musikalischen Conversation Lab – mit Swing, Improvisation und Klanglandschaften. Hier wird nicht diskutiert, hier wird gespielt.
- ANDROMEDA MEGA EXPRESS ORCHESTRA (21:00 Uhr): Zum 20-jährigen Band-Jubiläum trifft Sun Ra auf Pierre Boulez und trifft Computerspiel-Soundtrack – Bigband-Jazz auf intergalaktischer Überholspur.
- MONKS CASINO (23:00 Uhr, Altes Kino): Ganz im Zeichen der geschichtsträchtigen Kompositionen von Thelonious Monk, radikal frei interpretiert. Hier gewinnt man Erkenntnisse – also ein Leben voller herrlicher Dissonanzen.
Samstag: Tiefgang, Trompeten, Trommeln und kubanisches Feuer
Sa, 26. September 2026 · Jazz Lounge am Hauptplatz (vor dem Café Rosegger) und Hugo Wolf-Saal
- JAZZ LOUNGE – Philipp Schiepek & Lorenz Widauer (11:00 Uhr, Eintritt frei): Bangers & Ballads – feinfühlig, virtuos und entspannt. Bangers ohne Muskelspiel, Ballads ohne Tränen.
- TRIPLE DOUBLE (18:00 Uhr): Drei skandinavische Kontrabassisten und eine gemeinsame Liebe zum „tiefsten Baum im Wald“. Drei pikant vermessene Bässe – komplexer Tiefgang.
- KOKO TRIO (19:30 Uhr): Drei Percussionistinnen, Blech, Holz und Felle – und jede Menge hypnotisierende Klangmagie. Ihr Universum weit und tief und ihre Textur dicht wie ein Ghom-Seidenteppich.
- RAMÓN VALLE TRIO & MAITE HONTELÉ (21:00 Uhr): Afro-kubanischer Jazz, virtuoses Piano, Trompete und das ewig flammende Feuer des Son. Für einen Abend, nur für einen Abend spielt Havanna Schwesternstadt von Leibnitz.
Sonntag: Akkordeon goes Rock’n’Roll
So, 27. September 2026 · Schloss Ottersbach (Open Air) · Einlass & Kulinarik ab 11:00 Uhr
- VINCENT PEIRANI & LIVING BEING (13:00 Uhr): Ein virtuoses Akkordeon, ein virtuoses Saxofon – Rockelektronik, Chanson, Klassik und Jazz – alles darf rein. Chamber Rock? Nicht ganz, aber Hauptsache laut genug für die Seele.